Stillzeit

 

Stillgeschichte mit Emma

 

Emma ist mein erstes Kind. Ihre Geburt war sehr langwierig und traumatisieren. Als diese dann geschafft war, durfte ich sie nach dem Kaiserschnitt im Kreissaal anlegen.

 

Nach dem Kaiserschnitt im Kreissaal alleine half auch keiner beim ersten Anlegen. Unerfahren als Erstmama tat ich also was ich dachte, was ich tun muss. Ich lag mein Kind an. Es nuckelte auch irgendwie an der Brust, aber ob das nun stillen war? Keine Ahnung.

 

Die ersten Tage auf der Wochenbettstation waren die Hölle. Ich wollte mein Kind gerne stillen. Da Emma nach der langen Geburt erstmal nur schlief und nicht wach wurde, warteten wir, dass sie Hunger hat. Nach 3 Stunden kam sie immer noch nicht zum stillen. Wir sollten sie also wecken. Da sie aber gar nicht wach wurde nuckelte sie also an den Brustwarzen und schlief schnell wieder ein.

 

Dieses Prozedere behielten wir den Tag bei. Alle 2 Stunden weckte ich das Kind und legte sie an. Am Ende des Tages waren die Brustwarzen wund.

 

So ging es auch die Nacht über weiter. Die Stationsschwestern waren keine große Hilfe. Wenn ich um Hilfe bat, kamen sie. Nahmen die Brust und das Kind (wach oder schlafend) und pressten es an die Brust. Gesaugt hat sie trotzdem nicht.

 

Nachts bat ich dann um eine Milchpumpe und um Stillhütchen.

 

Nächsten Tag kam das große Drama. Das Kind hat abgenommen. Wow, am 2. Tag nicht verwunderlich. Wir sollten also zufüttern. Da die Brustwarzen inzwischen total kaputt waren, versuchte ich erst zu stillen und dann gab es die Flasche. Nebenbei pumpte ich ab.

 

Am 4.Tag, am Entlassungstag, kam auch langsam der Milcheinschuss. An diesem Tag erzählte uns eine Schwester dann, dass wir uns keinen Stress machen sollen. Es ist okay, wenn die Babys abnehmen und dass der Milcheinschuss erst später kommt, nach einem Kaiserschnitt.

 

Na toll, danke. Hätte ich das gewusst, hätte ich mir nicht so einen Stress gemacht.Wir durften dann endlich nach Hause. Endlich Ruhe und Zeit zum Kennen lernen.

Zu Hause angekommen wartete die Familie und nahm uns in Empfang. Doch keine Ruhe.

 

Ich versuchte also mir eine ruhige Stillecke einzurichten. Dort stand auch die Milchpumpe. Ich zog mich also zwischendurch zurück und stillte bzw. pumpte und gab die Flasche.

Was war ich froh, als ich Abends dann ruhe hatte. Ich hatte aber auch Angst vor der Nacht. Ich pumpte, um etwas Milch schon zu haben, damit es nachts schneller geht. Auch das Anlegen mit den Stillhütchen war anstrengend. Immer wieder abspülen und sauber machen. Stillen, abpumpen, wickeln, schlafen usw.

Eine unendliche Geschichte. Zum Glück kam am nächsten Tag meine Hebamme.

Sie erklärte mir bei Ihren Besuchen immer wieder ganz in Ruhe das Anlegen. Sie half mir auch dabei, die Stillhütchen loszuwerden.

 

Nach 3 Wochen musste ich weder abpumpen, zufüttern oder Stillhütchen benutzen.

Danach fing eine tolle Stillzeit an. 1,5 Jahre haben wir problemlos gestillt dann. In den Entwicklungsschüben und während dem Zahnen wurde es immer mal schwieriger. Ab und zu biss sie oder verweigerte die Brust. Manchmal ließ sie mich nachts aber auch gar nicht los. Es war ein auf und ab.

 

Dann ging es ans abstillen. Ziemlich plötzlich mochte meine Tochter nicht mehr an die Brust. Sie aß aber auch tagsüber noch nicht genug. Sie verlangte also Abends und Nachts noch etwas. Brust wollte Sie nicht oder sie hing teilweise die ganze Nacht dran.

Also gaben wir ihr dann die Flasche mit pre Milch. Nach einiger Zeit dann mit Anfangsmilch. Aber die Flaschenzeit war zum Glück schnell wieder erledigt.

Ich mochte unsere Stillzeit, auch wenn sie holprig anfing.

 

Stillgeschichte mir Lotte

 

Lotte ist mein zweites Kind. Ihre Geburt war völlig anders als die erste Entbindung.

Unsere Stillgeschichte war auch völlig anders, als die vom ersten Kind.

Ich war diesmal in einem anderen Krankenhaus, wusste was auf mich zu kam und was ich wollte.

Ich durfte sie im OP schon anlegen und auch danach im Kreissaal direkt nochmal.

 

Auf der Wöchnerinnestation waren alle sehr hilfsbereit und total entspannt. Ich habe Lotte so oft angelegt, wie ich wollte. Keiner kam auf die Idee, dass ich zufüttern müsste.

 

Lotte war allerdings im Gegensatz zu ihrer Schwester eine richtige Fressraupe und hatte keine Probleme beim stillen. Sie kam, stillte und war satt.

Diesmal brauchten wir keine Stillhütchen, noch eine Milchpumpe, noch Hilfe beim anlegen.

Das war sehr schön und entspannte mich als Mutter auch sehr.

 

Zu Hause mit 2 Kindern gestaltete sich das Stillen manchmal schwierig. Die Große nutze diese Zeit sehr gern aus, um Blödsinn zu machen. Auch der nächtliche 2 Stunden Rhythmus raubte mir manchmal sehr viel Kraft und Geduld.

Aber wir stillten trotzdem und ich ließ mich auch nicht davon abbringen in der Öffentlichkeit zu stillen.

 

Diese Stillgeschichte ist aber etwas kürzer. Emma hatte früh Interesse am Essen und aß auch sehr schnell große Mengen, sodass wir ab dem 10.Monat tagsüber nicht mehr stillten. Außer in Notfällen oder unterwegs, wenn nichts anderes da war.

 

Nur Nachts forderte sie die Brust quasi ein. Wie ausgehungert kam sie zeitweise alle 45 Minuten. Das war wirklich anstrengend. Und Lotte biss viel mehr, als sie Zähne hatte.

 

Nun sind wir kurz vor ihrem ersten Geburtstag und da ich dann wieder arbeiten gehen, stellen wir sie nun langsam auf Flasche um. Inzwischen nimmt sie diese Problemlos und so kommt es, dass wir nur noch einmal nachts stillen.

 

In Liebe,

Sandra

 

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