Heilbad nach einer Geburt

Es ist vorbei, ich weiß es nur noch nicht...

      ... beziehungsweise mein Verstand wusste es, nur mein Körper noch nicht.

 

 

Ich durfte 2 Geburten erfahren. Die erste 2015. Diese traumatisierte mich sehr.

 

Der Kreissaal war sehr schön gestaltet, aber der Umgang mit dem Personal mir gegenüber ließ sehr zu wünschen übrig. Es dauerte über 30 Stunden bis wir einen vollständig eröffneten Muttermund hatten. Dann war klar, dass der Kopf des kleinen Wunders sich nicht ins Becken drehte und der Muttermund sich wieder verschloss.

 

Eine schlecht sitzende PDA, Müdigkeit, Erschöpfung und das Personal taten sein übriges, dass es zu einem Geburtsstillstand kam.

 

Die Geburt traumatisierte mich sehr und eine Wochenbettdepression kam mit nach Hause.

 

 Ich fühlte mich noch sehr lange schwanger.

 

 Mein Verstand wusste, dass das Baby auf der Welt war. Mein Körper wusste das zeitweise nicht.

 

Ich hatte noch sehr lange Nachwehen und redete ganz oft, mit dem Baby in meinem Bauch. Immer wieder wurde ich wach und hatte das Gefühl: „ Oh, die Wehen gehen los. ….Ach ne, das Baby ist schon da.“

 

Ich streichelte mir auch ganz oft über den Bauch. Als wenn das Baby noch nicht da wäre.

 

 

Die Geburt war vorbei. Sie wurde durch einen Kaiserschnitt beendet. Mein Körper hatte aber das Bedürfnis die Geburt noch zu beenden.

 

Dies Gefühl verging erst in der Therapie.

Die zweite Geburt war selbstbestimmt, aber auch hier wieder ein Geburtsstillstand mit Kaiserschnitt.

 

Auch wenn die Geburt völlig anders war als die erste. Sie hat mich versöhnt mit dem ersten Kaiserschnitt. Aber auch hier war wieder das Gefühl, dass der Körper noch nicht fertig ist.

Ich habe zwar nicht das Gefühl schwanger zu sein, aber manchmal kommt der Gedanke „Oh die Wehen gehen los.“ oder „Die Presswehen kommen.“

 

In solchen Momenten bemerke ich, wie ich Anfange das Becken zu kreisen. Wie ich ein starkes Ruhebedürfnis habe. Und in diesen Momenten habe ich tatsächlich auch Unterleibskrämpfe. Zeitweise so stark, dass sie mich in die Knie zwingen.

 

 Mein Körper verlangt Zeit, um die Geburt zu beenden.

 

Und ich habe eine Vorstellung davon, wie ich das tun will. Ich habe schon öfter von einem Heilbad gelesen.

Dann war es soweit. Ich hatte einen anstrengenden Tag und Abends hatte ich dann etwas Ruhe.

 

Gewünscht war ja ursprünglich eine Hausgeburt.

 

Ich ging also in unser Badezimmer. Zündete mir Kerzen an und hörte die Musik und die Affirmationen, die ich zur Geburt hören wollte.

Ich gab meinem Körper in der warmen Badewanne die Zeit, dass Becken zu kreisen und dies in verschiedenen Positionen. Ich war tatsächlich noch 2 Stunden damit beschäftigt.

 

Dann kam meine kleinste Tochter und hatte Hunger. Da sie nächsten Morgen baden sollte, haben wir dies vorgezogen und ich habe sie mit in die Badewanne genommen. Ich habe sie in der Badewanne dann gestillt und wir haben noch zusammen gekuschelt und gebadet.

 

Seit dem habe ich nicht mehr das Gefühl, dass der Körper etwas zu Ende bringen möchte. Die Rastlosigkeit ist weg.

 

Ein Kaiserschnitt ist eine durchaus berechtigte Geburtsart, aber der Körper benötigt doch seine Zeit, um die Geburt für sich selber zu beenden. Und so ein Heilbad kann durchaus Wunder vollbringen.

 

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